Fragen zum Tanzsport in Rheinland-Pfalz? +49 261 28750854

Discofox Weltmeisterschaft in Bietigheim-Bissingen
11.11.2019 09:36
von Christine Reichenbach
TRP-Paare bei der Discofox Weltmeisterschaft

Discofox Weltmeisterschaft in Bietigheim-Bissingen

„Wem es zu wohl wird, der geht auf’s Eis“. So oder ähnlich lautet ein Spruch. Was hat das mit Discofox zu tun? Am 9. November fanden in Bietigheim-Bissingen die Weltmeisterschaften in Discofox statt. In der EgeTrans-Arena, welche normalerweise für Handball und Eishockey verwendet wird. An diesem Samstag wurde das Parkett für die Discofoxtänzer aus verschiedenen Nationen über dem Eis verlegt. Die Tanzschule Harry Hagen, er selbst Ressortleiter für Discofox im TAF Germany (The Actiondance Federation), richtete dieses Jahr diese Weltmeisterschaft aus. Bis auf die Plexiglasscheiben an der Bande konnte man die geschmückte Halle nicht mit Eishockey in Verbindung bringen. Die Paare kamen aus Österreich, Schweiz, Polen, Russland und natürlich aus Deutschland, welches das größte Teilnehmerfeld stellte. Klar, Discofox wird hauptsächlich in Deutschland getanzt. In den USA ist es eher der Hustle und wieder eine ganz andere Stilrichtung. Neben dem klassischen Paarwettbewerb gab es auch einen Jack&Jill-Wettbewerb, bei welchem die hierzu gemeldeten Paare jeweils einen neuen Partner zugelost bekommen und das in jeder Runde. Bewertet wird hier nicht das jeweilige Paar, sondern Leader und Follower jeweils für sich, also „Herr“ und „Dame“ getrennt. So tanzt man immer wieder mit einem neuen Partner, welchen man vorher vielleicht noch nie gesehen hat. Was dem eigentlichen, improvisierten Discofoxtanzen eher entspricht. Es wird hier also genau das bewertet, was diesen Tanz ausmacht: Die Fähigkeit des „Leaders“ seine/n „Follower“ zu führen. Wenn man gesehen hat, was in den Endrunden dabei herauskommen kann, war das schon sehr erstaunlich. Zumal in der Adult-Klasse, daneben gab es noch die Adults2, auch noch eine Kür gefordert wurde. Also hieß es in der verbleibenden Zeit mit dem unbekannten Tanzpartner noch ein kleines Discofox-Programm zu basteln. Wenn das keine Herausforderung ist.

Der eigentliche Wettbewerb der Paare wurde in die Klassen Adults (16-30 Jahre), Adults 2 (31-49 Jahre) und Seniors (ab 50 Jahre) eingeteilt. Es gab auch eine Juniors-Klasse (12-15 Jahre). In dieser trat nur ein Paar an und wurde somit auch Weltmeister. Eine leichte Aufgabe? Tanzen Sie mal alleine vor hunderten von Zuschauern.

Auch Paare des TRP waren bei der Weltmeisterschaft am Start. Der 1. TGC Redoute Koblenz und Neuwied durfte vier Paare nach Bietigheim schicken: Yvonne Martini und René Linn, Inge Hatzmann und Michael Schmitt, Heike Niebisch und Klaus-Jürgen Schulz, sowie Bettina und Carsten Benda. Sie hatten sich im Vorfeld der WM durch ihre Turnierteilnahmen und gesammelten Punkte bei diversen TAF-Turnieren und TAF-Meisterschaften ihre Teilnahme „ertanzt“. Während in der Adult-Klasse die internationale Beteiligung noch am höchsten war (24 Paare, davon 12 aus Deutschland), waren die deutschen Tänzer bei den Adults 2 und den Seniors fast unter sich. Yvonne Martini/René Linn und Heike Niebisch/Klaus-Jürgen Schulz starteten bei den Adults 2. Yvonne und René sind erst im August beim TAF Germany von der Hauptgruppe 2 B in die Hauptgruppe 2 A aufgestiegen. Hier waren 25 Paare am Start, davon vier aus Österrreich, Russland und der Schweiz. Leider verpassten die beiden Paare nach der Zwischenrunde trotz ihrer guten Leistung aufgrund der stärkeren Konkurrenz den Einzug ins Finale und teilten sich den 16. Platz. Inge Hatzmann/Michael Schmitt und Bettina und Carsten Benda gingen bei den Seniors an den Start. Hier waren insgesamt 20 Paare gemeldet, davon eines aus der Schweiz. Während Inge und Michael leider nach der Hoffnungsrunde nicht mehr mittanzen durften (sie belegten Platz 15), schafften es Bettina und Carsten ins Finale, welches mit sieben Paaren ausgetragen wurde. Im Finale der WM gehört neben einer schnellen und langsamen Discofox-Runde auch eine Kür dazu. Bettina und Carsten hatten sich bestens vorbereitet. In ihrer Kür ist als Show-Effekt ein „Kleider-Farbwechsel“ eingebaut, d.h. ein übergestreiftes Kleid wird während des Tanzens entfernt und es geht mit dem Kleid darunter in anderer Farbe weiter. Leider ist es in den IDO-Richtlinien nicht erlaubt, bei solchen Wettbewerben etwas auf die Tanzfläche zu werfen, was bei den TAF-Meisterschaften in Deutschland jedoch möglich ist. Davon erfuhren die beiden erst am Tag der WM. Daher mußten sie ihre Kür kurzfristig etwas umstellen, was dann auch etwas ausschlaggebend für die Kür-Runde war. Letztendlich erreichten Bettina und Carsten den 7. Platz in der Endrunde. 

Die Weltmeisterschaft selbst war gut organisiert und der Zeitplan, immerhin ging es um 14:00 Uhr los und die Siegerehrung war um Mitternacht, wurde gut eingehalten. Es gab auch Publikumstanz und Auftritte von Isabella Dartmann und Roland Bless. Des weiteren durften noch über 160 Linedancer aus der Umgebung ihre Tanzsportart präsentieren. Alles in allem, eine gelungene Veranstaltung.

Peter Bosch

Zurück

© Tanzsportverband Rheinland-Pfalz e.V. 2016 - 2019 | Hosting & Support Copyright Media